Home Steiermark-Liezen WT285 Säuren und Basen

Säuren und Basen

0 295

Das Gleichgewicht muss stimmen

In der November-Ausgabe habe ich an dieser Stelle geschrieben: Wer sich dauerhaft zu „sauer“ ernährt – also ein Großteil unserer Bevölkerung – muss mit chronischen Krankheiten wie Rheuma (alle Varianten inkl. Gicht), Arthrose, Gallen-/Nierensteine, Osteoporose, Arteriosklerose, Kopfschmerzen, Allergien etc. rechnen.
Ich würde solche (bekannte) Aussagen nicht einfach übernehmen, hätte ich nicht meine eigene, praktische Erfahrung damit gemacht: Auch ich hatte im Alter von 40 Jahren Gelenksschmerzen (Knie), in den Fingern erste Ansätze von Gicht, regelmäßige Kopfschmerzen und Allergien. Heute, mit fast 60, bin ich fitter als vor zwanzig Jahren und bereite mich gerade auf den Wien-Marathon vor…
Was habe ich gemacht? Ganz einfach: Ich esse seit 20 Jahren Lebensmittel, die dazu beitragen, dass mein Säure/Basen-Gleichgewicht wieder stimmt. Das ist so einfach, weil „natürlich“ (naturbelassen) – und ersetzt viele Tabletten.

Natürlich entsäuern

Beim Entsäuern geht es nicht darum, jegliche Säurezufuhr zu vermeiden. Unser Körper braucht täglich auch Säuren. Wichtig ist aber, die Zufuhr von säurelastigen Nahrungsmittel auf ein gesundes Maß zu reduzieren und mehr basenreiche Lebensmittel zu sich nehmen. Basen sind die „Gegenspieler“ der Säuren. Säuren und Basen müssen im Körper in einem gewissen Verhältnis vorliegen. Basen puffern ein Zuviel an Säuren ab. Da stellt sich die Frage: „Führt die Einnahme von Basenpulver oder Basentabletten nicht viel schneller zum Erfolg?“
Nun: Basenpräparate bestehen aus verschiedenen Mineralstoffen, meist Kalium, Calcium und Magnesium. Theoretisch könnten Sie auch nur Natron nehmen (war früher auch das Hausmittel bei Sodbrennen bekannt). Ich persönlich esse z.B. täglich einen Löffel naturbelassene Tonerde (Heilerde). Alle diese Mittel bilden im Körper starke Basen und können sehr gut Säuren abpuffern.
Das Problem ist nur: So viele Säuren bekommen die zugeführten Basen gar nicht so schnell zu fassen. Ein Glas aufgelöstes Basenpulver passiert den Darm so schnell, dass nur ein Teil der Mineralstoffe vom Darm aufgenommen werden kann. Der Rest wird ungenutzt ausgeschieden. Dieses Problem können Sie umgehen, indem Sie die Basenpräparate in kleinen Mengen Ihrer Nahrung beigeben…
Aber: dann können Sie auch gleich basenreiche Nahrungsmittel zu sich nehmen, denn diese liefern Ihnen neben den wichtigen Basen auch andere wertvolle Vital- und Faserstoffe für Ihre Verdauung.

Wie sieht eine basische Ernährung aus?

Gewährleistet wird eine basische Ernährung durch basische Mineral- und Ballaststofflieferanten. Dies sind im Wesentlichen Gemüse, Salat, Obst, obwohl letzteres in der Regel auch Fruchtsäuren enthält, die aber in keinem Verhältnis stehen zu dem basischen Charakter seiner Nähr- und Ballaststoffe.

Prinzipiell lässt sich sagen, dass ein deutliches Überwiegen von basischen Anteilen in der Ernährung bzw. ein deutlicher Mangel an sauren Bestandteilen als eine basische Kost angesehen werden kann. In der Praxis wird dies so umgesetzt, dass etwa 75 Prozent der Nahrung basischen Charakter hat und 25 Prozent neutral oder säurebildend ist.
Es ist aber auch nicht ratsam, von einem Extrem der überwiegend säurebildenden Ernährung, ins andere Extrem, der überwiegend basischen Ernährung, zu fallen. Denn ein zu hoher pH-Wert ist genauso schädlich für den Organismus wie ein zu niedriger. Ein „gesunder“ und physiologisch optimaler pH-Wert liegt immer zwischen 7,35 und 7,45.

Zu den säurebildenden Nahrungsmitteln gehören die, die die meisten Menschen am meisten essen und trinken:
Wurst und Fleisch | Eier | Käse | Weißmehlprodukte | Cola (hat einen pH-Wert von 2 bis 3) | Alkohol | Zucker | Kaffee | Limonaden | Süßigkeiten | Schokolade

Die basischen Nahrungsmittel werden eher stiefmütterlich behandelt:
Gemüse allgemein | Obst | Kartoffeln | Sojabohnen | Blattsalate | Sauerkraut | Chlorella | Spirulina | Pilze | Mandeln usw.

Vor allem Chlorella vulgaris und Spirulina sind ausgezeichnete basische Nahrungsmittel, da sie selbst optimal zwischen basisch und säurebildend ausbalanciert sind. Beide Algen enthalten nämlich einen hohen Anteil an frei verfügbaren Aminosäuren, die selbst zum Gleichgewicht von basisch und sauer beitragen.
Spirulina und Chlorella haben darüber hinaus noch den großen Vorteil, dass sie besonders geeignet sind, jene Sachen im Organismus zu binden und auszuleiten, die in ausschlaggebendem Maße an der Übersäuerung beteiligt sind, das sind Toxine, Schlacken, Schwermetalle, unbrauchbare, verzuckerte Proteine usw. Hier „rutschen“ wir wieder in den Bereich der „Entgiftung“, die eine elementare Grundlage für einen physiologischen Säure-Basen-Haushalt ist.

 

SIMILAR ARTICLES