Home Steiermark-Liezen WT285 frisch notiert: Humor und Humoristen

frisch notiert: Humor und Humoristen

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Warum Berufshumoristen als erstes ihren Humor verlieren, wenn sich einmal einer über sie lustig macht? Wahrscheinlich, weil sie zwar Humoristen sein wollen, aber keinen Humor haben. Humor kann man nicht erlernen. Man hat ihn – oder man hat ihn nicht. Wer ihn aber hat, wird ihn auch nicht so schnell verlieren.
Diese Feststellungen sind nicht gerade neu. Doch so richtig bewusst werden sie einem oft erst angesichts eines Profi-
humoristen. Da steht er breitbeinig auf dem Podium vor dem Mikrophon, der „lustige Sepp“, oder wie immer er auch heißen mag, und zieht das Repertoire langbärtiger, zotiger Witzchen ab wie einen zähen Strudelteig. Wenn das Echo aus dem Publikum ausbleiben sollte, fordert er indigniert Applaus (im Fernsehen wird ihm dieser durch ein Tonband garantiert). Und der „Lustige“ hört und hört nicht auf. Er nimmt seine Arbeit todernst. Bis schließlich die Musikanten ein Erbarmen haben und kräftig dreinblasen. Schön wär’s ja, gäbe es ein wirksames Humorrezept. Wir würden herrlichen Zeiten entgegengehen. Jeder, der es noch nicht ist, könnte ein Humorist werden. Und wenn wir Glück hätten, sogar jene, die sich bisher dafür halten.

Häuslbauer-Dialog
„Servus Emil, wie geht’s?“ – „Danke der Nachfrage, unzureichend“. – „Ärger mit den Handwerkern?“ – „Es könnte noch schneller vorangehen!“ – „Woran hapert es denn, Emil?“ – „Die Zusammenarbeit befriedigt mich nicht vollkommen!“ – „Wann waren die Maurer denn das letzte Mal auf der Baustelle?“ – „Bis jetzt noch gar nicht!“ – „Warum sagst Du nicht gleich, was dich bedrückt?“ – „Entschuldige, ich bin in Gedanken schon beim Bezahlen der Rechnungen.“
Einfach super
Wann hat es eigentlich begonnen mit der „Superei“? Man lebt in einer „Superwohnung“ und fährt mit einem „Superauto“ in den „Superurlaub“. Denn der mit Superbenzin betankte Wagen kommt auf der „Superautobahn“ besonders rasch ans Ziel. Das dort kennengelernte Girl ist „superschön“. Sportler machen ein „Supertraining“. Etliche Bürokraten gehen mit einer „Superpension“ in den Ruhestand, während weniger Privilegierte sich mit einem Superminimum begnügen müssen. Und das höchste Lob in der Werbung ist erreicht, wenn etwas „Superspitze“ genannt wird. Schlichte Worte scheinen zu kahl und ausdruckslos. Und so verbreitet sich das Super weiterhin unaufhörlich, ohne allerdings für Superqualität zu sorgen.

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